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Kranz bringen

So bringen Freunde und die unmittelbare Nachbarschaft einen Kranz

Das “Kranz bringen” ist auf Hochzeiten der Höhepunkt einer feierlichen Ehrung durch die Nachbarschaft und Freunden. Zu einer fest vereinbarten Uhrzeit wird das “Kranz bringen” von der Nachbarschaft und den Freunden stimmungsvoll durchgeführt. Schön ist es, wenn einer der Nachbarn bzw. den Freunden einen Musiker unter Bekannten besorgen kann. Stimmung bringt ein Akkordeon. Mit ihm voran musizierend, wird der Kranz der Länge nach durch die nähere Nachbarschaft getragen. Dabei werden von allen Anwesenden bekannte Lieder gesungen. Dadurch wird auch allen übrigen Nachbarn kundgetan: Hier geschieht etwas ganz Besonderes. Schnell finden sich zahlreiche Neugierige ein, die dann auch beim Aufhängen des Kranzes zusehen. Zwischendurch muss beispielsweise das Silberpaar immer wieder eine Runde Schnaps oder Likör spendieren. Wurde der Kranz am Haus angebracht, wird dieser einen Tag vor der Hochzeit mit den gefertigten Rosen behangen. Als Krönung ziert den Kranz eine Jubiläumszahl: hier beispielsweise die 25. Diese ist beim Floristen zu bekommen. Wie man so eine Jubelzahl selbst herstellen kann, zeigt eine der anschließenden Abbildungen.

Der von den nächsten Nachbarn gebundene und feierlich um den Hauseingang angebrachte Kranz bleibt die folgenden 14 Tage nach der Hochzeit noch hängen. Dann wird er zu einem Nachbarn gebracht, der in den folgenden Jahren beispielsweise ein Jubiläum feiert. Bei ihm wird der Kranz ebenfalls um dessen Eingangstür/Bereich befestigt. Zur Belohnung bekommt die ganze Nachbarschaft, einschließlich dem Silberpaar, Schnaps, Bier und Schnittchen oder Suppe mit frischem Brot.


Anleitung zum Binden eines Kranzes

In der Regel vollzieht die Nachbarschaft des Brautpaares das Känzen, wobei einer der ersten Nachbarn die Regie übernimmt. Zuerst muss das Tannengrün besorgt werden. Besitzt ein Bekannter der Nachbarschaft ein paar abgängige Tannen, ist der erste Schritt getan. Wenn nicht ist die Situation etwas komplizierter, aber auch kein Problem. Auf der Internetplattform vom Landesbetrieb Wald und Forst für Nordrhein Westfalen beispielsweise http://www.wald-und-holz.nrw.de/wald-und-holz-nrw/ erhält jedermann die Kontaktdaten seines Regions- Försters. Dieser hilft gern weiter. Das Grün für einen 16 Meter langen Kranz kostet je nach Region etwa 25 Euro. In der Länge des zu bindenen Kranzes ist ein Seil in der Stärke von etwa 15 mm zu besorgen. Gebräuchliche Materialien für Seile sind beispielsweise Naturhanf, Kunsthanf oder Sisal. Zum anbinden des Tannengrüns benötigt man noch Bindedraht aus einer Gärtnerei. Diese hat Bindedraht in der richtigen Stärke vorrätig. Eine Rolle reicht etwa für zwei Meter Kranzlänge. Bitte eine Rolle Bindedraht als Reserve bestellen.

Grün holen

Einzel Zweigbündel
fertiger Kranz

Um einen Kranz zügig fertig zu stellen, empfehlen wir zum Kranzbinden eine Anzahl von acht Personen. Je vier dieser Personen bedienen eine Seilseite von der Mitte her. Zwei Personen, die Sortierer, sortieren die Tannenäste nach ihrer Güte, trennen das Tannengrün von den Ästen und schneiden es auf eine Zweig- Länge von ca. 25 cm. Zwei weitere Helfer, die Bündeler, bündeln jeweils fünf der zugeschnittenen Tannenzweige und reichen diese weiterer zwei Personen, den Kränzern. Diese positionieren die gereichten Bündel an das Seil. Nun treten weitere zwei Personen, die Binder, in Aktion. Sie umbinden jedes Kranzbündel einschließlich des Seiles auf einer Länge von etwa fünf cm mindestens drei Mal. Diese Arbeit muss sehr gewissenhaft unter hohen Zug erfolgen, damit das Grün auch hält. Jedes folgende Zweigbündel wird unter Drehen des Seiles um etwa 30 Grad jeweils nur wenige cm unter dem vorherigen Bündel positioniert, damit der Kranz ein dichtes Zweigwerk bekommt. Ganz gleich wie lang ein Kranz werden soll, das Kranzbinden beginnt immer in der Mitte des Seiles zu den beiden Seilenden hin. Dabei zeigen die Nadelspitzen zur Seilmitte. Am zweckmäßigsten legt man das Seil auf eine auf Holzböcken gelegte Leiter. Gelangt der Kranz an die Leiterenden, wird der Kranz zur Leitermitte hin gezogen und vorsichtig mit seiner Kranzmitte unten auf den Boden gelegt.


Das Kranzende wird so gebunden, dass das Ende des Seiles nicht mehr sichtbar ist. Da die einzelnen Zweigbündel am Seil versetzt angebunden werden, würde ein Teil des Seiles noch sichtbar bleiben. Aus diesem Grund werden am Seilende zusätzliche Zweigbündel erforderlich, bis das Seil nicht mehr sichtbar ist. Abschließend muß der Bindedraht mehrfach fest verknotet werden, da er sich sonst lösen könnte.

fertiges Kranzende


Kranz mittig an der Tür positioniert

Um den fertig gebundenen Kranz beim Kranzbringen um eine Tür anzubringen sind gebogene Schraubhaken, einschließlich der passenden Dübel dazu, bereits vorher anzubringen. Je nach Breite der Tür werden über der Oberkante in der Regel drei Haken erforderlich. Wird über der Tür eine Bogenform des Kranzes gewündcht, muß der mittlere gebogene Schraubhaken nach Geschmack höher positioniert werden. An den Seitenbereichen können die gebogenen Schraubhaken einen Abstand von etwa einem Meter haben. Das Anbringen des fertigen Kranzes beginnt sinnvoller Weise von der Mitte der Tür her mit Bindedraht am mittleren Schraubhaken.


In unserem Beispiel geschah das Kränzen bei einer einflügeligen Eingangstür. Beide Kranzenden reichen hier auf Wunsch des Brautpaares bis etwa zur halben Höhe der Tür. Am Vortag des Polterabends wurde dieser Kranz aufgehängt. Aus prüfenden optischen Gründen wurden vorab schon einmal drei der bereits fertigen Kranzrosen an den Kranz angebunden. Diese Form des Kranzes ist ungewöhnlich, aber modern. Ein positiver Nebeneffekt: die Kranzlänge von vier Metern ist bereits nach drei Stunden zu beweltigen.

Kranz an der Tür

 

 

 

 

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