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Kränzen, die Tradition Herstellung eines Kranzes

Eine alte Tradition bei Hochzeiten ist das sogenannte Kränzen und wird im Allgemeinen von der unmittelbaren Nachbarschaft und Freunden durchgeführt. Das Kränzen, Herstellung eines Kranzes, umschreibt die Auswahl und die Herstellung des Kranzes. Weiterhin beinhaltet das Kränzen auch die Auswahl und die Herstellung der Kranzrosen. Von dem Nachbarn links neben dem Jubelpaar wohnend, wird diese Zeremonie ins Leben gerufen. Eine Abordnung, bestehend aus diesem linken Nachbarn und einer (zweier / dreier) weiteren Person (en), besucht z.B. das Silberpaar 5 Wochen vor deren Jubelfest. Bei diesem Besuch (1. Treffen) wird das Paar gefragt, ob es einen Kranz zu seinem 25. Hochzeitstag haben möchte. Nach Beantwortung dieser Frage durch das Paar wird dieser Anlass noch ein wenig gefeiert.

Im Abstand von jeweils einer Woche, meistens an einem Freitag, finden noch weitere, anschließend aufgeführte Treffen statt. Hierbei treffen sich alle unmittelbar dazugehörigen Nachbarn. In der Regel beträgt die Anzahl der Beteiligten zwischen 12 und 20 Personen. Der Abschluss jedes Treffens beinhaltet eine mehr oder weniger üppige Feier, einschließlich kleinen Umtrunks mit ortsüblichen Schnaps und Bier.

  • 1. Treffen: Kranz fragen ( nur 2 bis 4 Personen, um das Paar nicht gleich zu erschrecken)
  • 2. Treffen: Muster aussuchen
  • 3. Treffen: Kranz ausmessen
  • 4. Treffen: Kranz aufhängen
  • 5. Treffen: Anbringen der Rosen, anschließend Polterabend.
  • 6. Kirchliche Trauung und Hochzeitsfeier.

Das zweite Treffen ist ein wunderschöner Brauch. Zum Muster aussuchen werden verschiedene Arten von gekauften, aber meistens selbst gefertigten Rosen aus verschiedenen Papiersorten und Farben zur Auswahl mitgebracht. Weiterhin sind dem Jubelpaar verschiedene Kranzarten vorzulegen. Das erfolgt zweckmäßiger Weise in Form eines Heftes, bzw. einer feinen Mappe: z.B. Einzelblätter bestehen aus Silberfolien in Handschrift beschriftet, der Einband besteht aus blauer Wellpappe. Blatt für Blatt werden Äste, Zweige unterschiedlichster Baumarten u. ä. auf den Blättern des Heftes geklebt. So kann das Paar die verschiedenen Arten in Ruhe betrachten. Um dieses Heft attraktiver zu gestalten, können Reime auf die einzelnen Blätter geschrieben werden. Anschließend stellen wir ihnen zur Anregung ein Beispiel eines einfachen Heftes textlich und bildlich vor.

 

Blatt 1:

Ein Nachbar liest die Texte vor

Hört, ihr Leut’, was wir vernommen:
wir sollen bald zur Silberhochzeit kommen.
(Name Braut) und (Name Bräutigam) sind das Silberpaar,
das glücklich ist seit 25 Jahr.
Doch wir Nachbarn, wir wissen es schon:
erst die Arbeit, dann der Lohn!
Drum wollen wir erfahren heut,
ob ein Kranz euch wohl erfreut.
Wir würden ihn binden mit viel Fleiß,
damit jeder auch von der Hochzeit weiß.
Nur eins bedenkt noch bei der Wahl:
könnt ihr den geforderten Preis auch zahl’n?
So wählt ihn mit Bedacht jetzt aus:
welches Gebinde wollt ihr für das Haus?

 

1 Rosenauswahl

Blatt 2:

Wollt ihr einen Kranz aus Heckengrün haben,
muss sich eure Nachbarschaft sehr plagen.
Er wird gebunden mit der Hand,
und kostet aber auch 5 Flaschen Weinbrand.

 

2 hecke

Blatt 3

Einen Kranz aus Petersilie gebunden,
er wird dauern viele Stunden.
Seit 25 Jahren währt euer Glück,
Was meint ihr wohl, was kostet dieses Stück?

 

3 petersilie

Blatt 4

Aus Efeu allein
kostet er eine Flasche Wein.
Wir binden ihn dann sehr schön.
Ob wir ihn wohl bei (Nachname des Paares) sehn?
Wir binden ihn dem Silberpaar,
ihr braucht nur sagen “ja”.

 

4 efeu

Blatt 5

Noch ein Vorschlag wird euch gemacht,
ob dabei denn das Herz euch lacht?
Wacholder ist’s, den wir hier zeigen,
mögt daraus einen Kranz ihr Beiden?
Kosten würde er- das ist klar;
etliche Wacholder aus Eurer Bar.

 

5 Lebensbaum

Blatt 6

Wollt ihr diesen Kranz aus Stroh?
Er kostet nichts, währt ihr dann froh?
Ein Hering käme dann in die Mitte,
es ist bei uns mal so Sitte.

 

6 stroh

Blatt 7

Ein Kranz aus Farnkraut
kostet einen Kuss der Braut.
Das ist ein gutes Angebot
und eine Lösung zur Not.

 

7 farn

Blatt 8

Die Heide ist ein schönes Kraut,
dass man sich immer gern anschaut.
Sie könnte schmücken eure Tür,
wenn diesen Preis wollt zahlen ihr:
Eine Kutschenfahrt durch Heide und Moor,
das käme den Nachbarn super vor.

 

8 heide

Blatt 9

Ein schöne Gewächs ist die Stechpalme hier.
Sie wäre für den Eingang bestimmt eine Zier!
Doch bedenkt, was wir damit uns’ren Händen antun!
s’wär nur zu bezahlen mit neuen Handschuh’n.
Ein Paar für jeden, das versteht sich,
dann würden wir uns mühen redlich.

 

9 stachelpalme

Blatt 10

Dieser Kranz ohne Blätter,
hält bei jedem Regenwetter.
Wird er uns dann gut gelingen,
lasst vier Flaschen Roten springen.

 

10 blattloser ast

Blatt 11

Zu guter Letzt, man glaubt es kaum,
ein Sträußchen, wie vom Tannenbaum.
Die Fichte ist’s, die oft die Stube ziert
und hier als Kranz geboten wird.
Wenn dieser Vorschlag sollt behagen,
könnt sicher “ja” zum Preis ihr sagen.
Setzt euch stets ein mit voller Kraft,
für eine gute Nachbarschaft,
damit was vor ‘zig Jahren begann,
wachsen und gedeihen kann.

 

11 tanne

Blatt 12

Wir machten Vorschläge ohne Zahl,
doch wer die Wahl hat, hat die Qual.
Kommt keine Einigkeit zustande,
der Strohmann steht zu eurer Schande.
Die Preise aus unserem Kostenvoran- schlag,
sind natürlich pro laufenden Meter gedacht.

Die Nachbarn.

 

 

Blatt 13

Wir haben gesucht und haben gefunden
die Nummer (Hausnummer) und nun gebunden!

Genehmigt und unterschrieben
das Silberpaar (Name Braut) und (Name Bräutigam)

Ort, Datum

Wir binden den Kranz prächtig, mit Rosen geschmückt.
Er soll euch bringen viel Freude und Glück.

Die Nachbarn.

Wir sagen jetzt Dank und wollen jetzt gehen,
Bis zu Polterabend, auf Wiedersehen!

 

Kranzbeispiele

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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